Tagebuch
 

7. März



Heute sind wir das erste Teilstück unserer Route mit dem Auto abgefahren. Vorbei an wunderbar gelegenen Küstensiedlungen über eine vierspurige Straße nach Banbury. Als wir uns mit Hilfe des GPS dem Flugplatz nähern, sehen wir schon zwei Trikes in der Luft. Es sind Brendan Watts und Paul Colley. Brendan ist der Besitzer von South West Microlights, einer UL-Schule und bei unserer Ankunft damit beschäftigt, Passagiere über die Stadt und den Strand zu fliegen. Seine Geräte sind in einem Tiptop Zustand und unterscheiden sich von unseren Maschinen in einigen Details. Er hat seine Trikes mit einem dünnen Netz ausgerüstet, daß den Propeller gegen Steinschlag vom Vorderrad schützen soll. Die Idee überzeugt: wir bestellen zwei. Während Brendan und Paul weiter Passagiere fliegen, begrüßt uns David Rebbettes. Er ist im Vorstand der australischen Ultralight Association und hat schon von uns und Giselas Pech gehört. Mit ihm könne wir unser Computerproblem erörtern. David will versuchen, mit unserem Paßwort und unserer Zugangskennung ins Netz von OzeMail zu gelangen. Wenn das klappt, liegt es an unserem Rechner oder am Modem, Wenn nicht, haben Telekom und OzeMail ein Problem. R nimmt auch unsere Diskette vom 7. März mit, um Text und Fotos auf den Weg zu schicken. Unsere Freundin Dominique in New York bekommt die eine Lieferung, denn sie übersetzt unsere Erlebnisse ins Englische, Dirk Borchers, unser Webmaster, bekommt die andere Lieferung, damit die deutsche Fassung so schnell wie möglich auf den Server kommt.

Während wir auf Paul Coffey warten, landet eine Maschine der Royal Flying Docters. Das ist jener legendäre Krankentransportdienst von Australien, der dafür sorgt, daß auch Patienten an den entlegensten Winkeln medizinischen Hilfe bekommen oder ins Krankenhaus gebracht werden. Paul verschafft uns noch schnell die fehlenden Karten für unseren ersten Streckenabschnitt und erläutert uns dann, wie wir am Besten unseren Weg nach Bremer Bay finden können. Sein Vorschlag: zunächst an der Küste entlang von Serpentine nach Banbury, Dann ein Stück weiter nach Süden und dem Preston River folgen. Wenn der Fluß nach Süden abknickt, weiter gerade aus und dann der Hochspannung entlang bis Kojonup. Hier hat Paul einen Bekannten, der uns Benzin beschaffen kann, denn der Flug in einem Rutsch von Bunbury bis Albanay an der Südspitze des Kontinents wäre zu weit ohne Tankstop. Das hört sich so weit ganz gut an. Aber mit dem Finger auf der Landkarte läßt sich leichter fliegen, als mit dem Trike bei flottem Wind und kräftiger Thermik. Heute hat der Wind gedreht und brachte schon am frühen Morgen deutlich heißere Luft aus dem Landesinneren. Erst gegen Mittag änderte sich die Richtung und der Seewind setzte ein. Später am Tag zeigten sich die ersten Cirruswolken und kündigten den Durchzug einer Front an. Am Abend, gegen Sonnenuntergang, war der Himmel nahezu bedeckt mit kleinen Wattewölkchen..

Abends zurück auf dem Flugplatz dann die letzte Empfehlung des Tages: Fred Long hat eine Verwandte in Norsemann, die uns eine Unterkunft besorgen kann und uns sicherlich auch von der Stadt zum Flugplatz bringen wird. Wir werden den Eindruck nicht los, daß innerhalb der Fliegergemeinschaft jeder jeden kennt oder zumindest weiterhelfen kann. Eine großartige Gastfreundschaft.


6. März || Kalender || 8. März